Western Mail & Wheel Leserreise 2008
Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen.

So heißt der alte Spruch. Was aber, wenn 25 die gleiche Reise machen? Ja, dann gibt es wirklich

Billy Yates spielt exklusiv für die Reisegruppe
keine Langeweile und jede Menge Spaß. So auch wieder bei der diesjährigen Leserreise der Western Mail und des Wheel Magazins zum CMA Music Festival nach Nashville.
Doch der Reihe nach. Zunächst fehlten am Ankunftstag am Flughafen in Atlanta drei Country Fans. Was vor allem uns Reiseleitern unerklärlich schien, denn hatten wir doch sowohl am Ausgang wie auch an der Gepäckausgabe strategische Positionen eingenommen.
Zwei junge Damen aus der Nähe von Stuttgart und ein jung gebliebener Fan aus Kiel waren uns jedoch durch die Maschen geschlüpft. Die erste Aufregung legte sich, als wir erfuhren, dass die beiden Damen durch einen anderen Ausgang den Flughafen verließen und sich in Eigenregie zum Hotel aufgemacht hatten. Unser Kieler Fan hatte sich ebenfalls auf den Weg ins Hotel begeben, dabei aber seinen Koffer am Flughafen in den Wirren der Einwanderungs- und Zollbehördlichen Kontrollen einfach stehen gelassen. Auch nach mittlerweile gut 15 Jahren mit Reisegruppen in die USA, gibt es auch für mich als begleitenden Reiseleiter in Sachen Country Music immer wieder etwas Neues zu erleben. Doch nur wenige Stunden später waren auch Fan und Koffer wieder vereint, denn entgegen unseren Angst

Songwriter im Texas Troubadour Theater
machenden Ankündigungen hatten die amerikanischen Behörden das herrenlose Gepäckstück nicht in die Luft gesprengt, sondern es vielmehr für die Abholung durch den Besitzer aufbewahrt.
Nach einer kurzen Begrüßung der Country Fans aus ganz Deutschland (Kiel bis Moosinning) hieß es müde aber glücklich zu Bett zu gehen, denn der nächste Tag sollte erlebnisreich und anstrengend werden.
Nach einem zeitigen Frühstück hieß es schon um 7.00 Uhr in der Frühe: Abfahrt von Atlanta in Richtung Nashville. Mit unseren insgesamt 5 US-Vans wurde nun erstmals die Konvoitauglichkeit der 5 Fahrer getestet. Es zeigte sich sehr rasch, dass bei der Auswahl der drei Fahrer aus den Reihen der Teilnehmer (2 Fahrer standen mit Herbert Arnold vom Wheel Magazin und mir ja von vorne herein fest) im Reisebüro sorgfältig vorgegangen wurde. Auch an dieser Stelle noch einmal ein großes Lob und Dankeschön an unsere Driver Jörg, Jürgen und Werner, die ihre Sache über zwei Wochen hervorragend gemacht haben.
Auf dem Weg nach Norden, immer der Interstate 75 und anschließend 24 folgend, hieß der erste Stop Tennessee Welcome Center, kurz hinter der Grenze zwischen den US Bundesstatten

Super Stimme - Tammy Cochran
Georgia und Tennessee. Diese Welcome Center bieten kostenlose Landkarten und unzählige Informationsbroschüren zu touristischen Zielen im gesamten Bundesstaat. Und nachdem uns unsere Reise ja fast ausschließlich durch Tennessee führen sollte, gab es Informationsbedarf. Der nächste Stop hieß Lynchburg, wo wir bei einer sehr unterhaltsamen Führung durch die Distillery in (fast) alle Geheimnisse der Produktion des legendären Jack Daniel`s Tennessee Whiskeys eingeweiht wurden. Wie bei allen Reisegruppen vorher, war auch dieses Mal die Tatsache, dass es in Lynchburg keinen Alkohol zu verkosten gibt, eine Überraschung. Doch Moore County, in dem Lynchburg liegt, ist seit der Zeit der Prohibition in den USA ein so genannter „Dry County“, und in diesen gibt es keinen Alkohol zu erwerben, weder im Geschäft noch in den Restaurants.
Unser Weg führte uns weiter nach Norden in Richtung Music City USA – Nashville, TN. Dass Nashville längst nicht mehr die ruhige und gemütliche Hauptstadt des Bundesstaates Tennessee ist, sondern mittlerweile mehr und mehr zur Metropole wird, durften wir in einem längeren Stau auf dem Weg durch Nashville in Richtung Hotel spüren. Ich selbst bin ja nicht schnell nervös, aber da ich für die Gruppe eine Überraschung bei der Ankunft im Hotel in Nashville geplant hatte, saß ich im Stau, wie auf heißen Kohlen. Doch meine Überraschung in Form des amerikanischen Sängers und Songschreibers Billy Yates war dann ein voller Erfolg und die Gruppe begeistert von diesem äußerst sympathischen Künstler, der nur für uns eine knappe halbe Stunde seine Hits wie „Choices“ oder „Thats Why I Run“ spielte. Billy lud uns ein, am folgenden Tag zu seiner Fan Club Party in das Texas Troubadour Theater zu kommen. Ein Besuch, den wir alle nicht bereuten, denn

Vom Feuer zerstört - Johnny Cash Anwesen
neben Billy Yates traten auch u. a. Michael Peterson, T. Graham Brown, Tammy Cochran, Sunny Sweeney und die berühmten Songschreiber Leslie Satcher, Brice Long und Kerry Kurt Phillips auf. Eine rundum feine Angelegenheit, die wir von nun an gerne jedes Jahr bei Möglichkeit in die Leserreise einplanen möchten.
In den nun folgenden Tagen stand das CMA Music Festival natürlich im Mittelpunkt der Aktivitäten unserer Reisegruppe. Immerhin gab es von morgens um 10.00 Uhr bis gegen 23.00 Uhr in der Nacht fast non-stop Country Music Stars live zu erleben. Und für alle „Unkaputtbaren“ ging es in den Live Clubs in Downtown Nashville bei Bedarf bis in die frühen Morgenstunden weiter. Unsere 23 wackeren Fans aus Germany schlugen sich tapfer durch das Marathonprogramm und genossen die einzigartige Atmosphäre. Wann hat man ansonsten als deutscher Country Music Fan die Chance, innerhalb von 4 Tagen Stars wie Alan Jackson, Randy Travis, Dwight Yoakam, Taylor Swift, Rascal Flatts oder Keith Urban live zu erleben. So fiel der Abschied von Nashville nicht allen leicht, als es hieß: auf geht’s nach Memphis.
In Memphis standen weitere ereignisreiche Tage auf dem Programm, denn mit „Graceland“, dem Haus von Elvis Presley, dem legendären Sun Studio (s. Foto rechts), dem sehr informativen Rock`n Soul Museum oder dem Entertainmentzentrum Beale Street bot auch Memphis viele Highlights. Dazu kam eine Tour auf einem echten Mississippi Raddampfer sowie ein Abendausflug nach Tunica in Mississippi (ca. 45 Minuten südlich von Memphis) in ein Casino. Leider müssen auch nach dem Casinobesuch alle weiter ihren Jobs nachgehen, denn die großen Gewinner waren wir an diesem Abend lediglich am schier unendlichen „All You Can Eat Buffet“.
Nach 3 Tagen hieß es erneut Koffer packen, denn unsere Überbrückungsetappe von Memphis nach

Chattanooga Choo-Choo
Chattanooga stand an. Durch 3 Bundesstaaten (Mississippi, Alabama und Tennessee) führte uns die südliche Route nach Chattanooga, direkt an den Fuß des Lookout Mountain. Während 4 Autos den direkten Weg nehmen konnten, durfte ich eine alternative Route wählen, denn nach gut 30 Minuten Fahrzeit wurde das Fehlen eines neuen Cowboyhutes in meinem Van bemerkt. Also schnell zurück zum Hotel, den Gott sei Dank noch nicht im Abfall gelandeten Hut geschnappt und zum zweiten Mal ging es für unser Team in Richtung Chattanooga. Zum Mittagessen hatten wir die 4 anderen Teams eingeholt und Susan konnte ihren wieder gefundenen „Schatz“ präsentieren.
Chattanooga ist u. a. für den Lookout Mountain bekannt, von dem aus man bis zu 7 Bundesstaaten bei gutem Wetter sehen können soll. Weiter als 3 kann man aber, denke ich, selten sehen. Hinauf kommt man standesgemäß mit der seit über 100 Jahren operierenden Bahn (Incline Railway), die nach dem Prinzip der Straßenbahnen in San Francisco arbeitet. Zwei Wagen starten von entgegen gesetzten Punkten der Strecke. Über 72% Steigung sind bei der ca. 20 Minuten dauernden Fahrt hinauf zum Lookout Mountain zu meistern. Ein wahrhaft atemberaubendes Panorama bietet sich den Fahrgästen.
Unser Weg führte uns von Chattanooga der I75 nach Süden folgend zum Ausgangs- und nun Endpunkt unserer Tour, zurück nach Atlanta. Dort hatten wir noch die Gelegenheit das Coca Cola Museum zu bestaunen, in dem man u. a. über 70 Sorten Limonade aus der ganzen Welt probieren durfte und wir

Unsere Reisegruppe 2008 mit Billy Yates und den beiden Reiseleitern
schlenderten durch Downtown Atlanta und den Olympiapark von 1996. Den Abschluss der diesjährigen Leserreise bildete ein Ausflug zum Stone Mountain, jenem Felsen, in den ein riesengroßes Relief der drei Konföderierten-Heroen Jefferson Davis, General Robert E. Lee und General Thomas „Stonewall“ Jackson gehauen wurde. Dieses Relief ist in den Sommermonaten Background für eine herausragende Lasershow, zu der die Einheimischen und Touristen zu Tausenden kommen und staunen. Auch für unsere Reisegruppe ein wahrlich würdiger Abschluss einer tollen Tour.
Auch im nächsten Jahr gibt es wieder eine Leserreise. Vom 31. Mai bis zum 15. Juni bereisen wir die Route Atlanta, Fort Payne, Nashville, Memphis und über Nashville zurück nach Atlanta. Highlights werden natürlich das CMA Music Festival in Nashville, aber auch die Attraktionen in Memphis oder der im kommenden Jahr neu dazukommende Stop in Fort Payne sein. In Fort Payne steht das Museum der Superband Alabama und ganz in der Nähe bietet der Little River Canyon atemberaubende Aussichten.

Wir freuen uns auf Euch.
Kai Ulatowski
Fotos: Herbert Arnold